Und schon wieder geht eine Woche zu Ende – es ist mal wieder Sonntag und heute ist leider schon der letzte Artikel aus meiner Serie “Landschaftsfotografie” an der Reihe. In den bisherigen Artikeln ging es um Grundsätzliche Aspekte der Landschaftsfotografie im ersten Teil. Im zweiten Teil schrieb ich davon, dass schlechtes Wetter nicht zwangläufig zu schlechten Bildern führen muss und was die gewissen Reize sind, welche eine Umgebung nach dem Regenschauer so ausmachen. Der dritte Teil handelt vom “Spielen mit unterschiedlichen Perspektiven” und wie man durch eher ungewöhnliche Standorte eine Aufnahme durchaus interessant gestalten kann. Letzten Sonntag hatte ich mich dem Medium Wasser gewidmet und hoffentlich einige Anreize geben können, wie man es fotografisch gut festhalten kann. Heute dreht sich alles um das Festhalten von schönen fast sogar magischen Momenten, nämlich der

Dämmerung

Eigentlich fast schon egal ob morgens oder abends, wenn die Sonne wenn überhaupt nur knapp über dem Horizont steht und mit ihrem sehr warmen Licht die Landschaft in atemberaubenden Farben erscheinen lässt, dann spreche ich schon manchmal von magischen Momenten. Gerade wenn der Romantiker in mir mal wieder durchscheint ;-) Wie dem auch sei, derartige Bilder gelingen nicht immer und schon gar nicht auf Anhieb. Etwas Disziplin, gerade für Morgenmuffel wie mich gehört auf jedenfall auch mit dazu denn nie war das Sprichwort “Morgenstund hat Gold im Mund” treffender. Wer auf schöne und spektakuläre Bilder aus ist, wird jedenfalls nicht darum herum kommen, das eine oder andere Mal früh loszuziehen. Da heißt es Wecker stellen und auf einen langen Tag vorbereiten.

Die richtige Tageszeit

Eine goldene Regel der Landschaftsfotografie besagt, dass für besonders hochwertige Ergebnisse nur die Morgendämmerung, etwa 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 60 Minuten nach Sonnenaufgang beziehungsweise die Abenddämmerung, etwa ab 30 Minuten vor und nach dem Sonnenuntergang in Betracht kommen. Logisch, schöne Motive bieten sich auch zu anderen Tageszeiten. Doch morgens und abends herrscht ein warmes und weiches Licht vor und auch die Schatten wirken besonders weich. Um geziehlt geeignete Motive auszusuchen kann man sich auf jedenfall tagsüber auf die Suche begeben – jedoch nach dem Leitsatz “Im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen.” Diesen sollte man gut im Hinterkopf behalten. Als ganz praktisch und hilfreich hat sich ein kleiner Kompass erwiesen. So was bekommt man auch als Schlüsselanhänger.

Der Bildaufbau

Auf drei Dinge sollte geachtet werden, damit die Landschaftsaufnahme auch die nötige Tiefe erhält. Als Beispiel beschreibe ich mal eine Aufnahme am Meer. Da gäbe es zunächst den Vordergrund – Das Bild sollte nicht mitten im Wasser beginnen, sondern wenn möglich davor, beispielsweise am Strand oder an einem Steg. Dann wäre der mittlere Bildbereich an der Reihe, sozusagen das Meer in dem sich die Sonne bei Sonnenuntergang spiegelt. Und zu guter Letzt der Hintergrund. Hier würde sich der Himmel mit den Wolken sehr gut machen – gerade bei einem Sonnenuntergang, der den Himmel in bedrückende Farben taucht. Oftmals ist es leider der Fall, dass Hintergrund und Mitte sehr gut platziert werden, jedoch leider der Vordergrund fehlt. Dies reduziert die tiefenwirkung optisch betrachtet doch erheblich. Daher empfehle ich, auch so weit wie möglich auf alle drei Elemente zu achten, um eine maximal mögliche Tiefenwirkung des Motivs zu erreichen.

Tricks mit der Belichtung

Fotografiert man, wie bei Dämmerungsaufnahmen recht häufig üblich, in Richtung Sonne, passiert es leicht, dass der Belichtungsmesser der Kamera durcheinander kommt. Die Aufnahme fällt dann meist deutlich weniger grandios aus und der ganze Aufwand war umsonst. Hier kann eine recht simple Methode Abhilfe schaffen: Man sucht sich einen Punkt über der Sonne und drückt den Auslöser halb durch. Dabei ist es wichtig, dass sich die Sonne nicht im Sucher befindet. Entweder man stellt danach die ermittelten Werte manuell an der Kamera ein oder hält den Auslöser einfach halb gedrückt, kehrt zum ursprünglichen Bildausschnitt zurück und löst dann aus.

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