Dies heute ist mittlerweile der vierte Teil meiner Artikelserie zum Thema Landschaftsfotografie. In den ersten Teilen habe ich bereits davon geschrieben, was den Reiz ausmacht, in Teil 2 habe ich Euch veranschaulicht, dass Sonnenschein nicht zwangläufig benötigt wird und letzte Woche in Teil 3 ging es um die verschiedenen Perspektiven und welche Auswirkungen sie auf das Motiv letztlich haben. Das Thema des Heutigen Kapitels lautet:

Faszinierende Wasserläufe

Der alte, klassische Trick, bewegtes Wasser welches munter in Form eines kleinen Baches über die Steine hinabfließt fotografisch einzufrieren, ist schnell erlernt. Von den notwendigen Einstellungen wären Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert schon mal die richtige Wahl. Nunja die Belichtungszeit ist dabei auch der ausschlaggebende Parameter. Hexerei gehört schon mal nicht mit dazu. Aber es besteht durchaus die Notwendigkeit, verschiedene Filter einzusetzen um begeisternde Resultate zu erziehlen.

Wasser in Bewegung

Ohne Stativ kommt man sicher nicht besonders weit. Damit das Fließen des Wassers entsprechend samtig und weich erscheint, bedarf es einer langen Belichtungszeit ab einer Sekunde und gegebenenfalls länger. Um ein besonders gutes Resultat zu erziehlen, wird es gerade an sonnigen Tagen meist nicht ausreichend sein, einfach nur die Blende so weit wie möglich zu schließen. Hier ist es definitiv besser, auf einen Neutraldichte-Filter, auch Grauflilter genannt, zurückzugreifen. Dieser kann einige Blenden schlucken, ohne dabei die Farben zu verändern. Solch ein Filter mit einer Neutraldichte von 0,3 schluckt eine Blende, was wiederum eine doppelt so lange Belichtungszeit zulässt. Da das aber wiederum gewöhnlich in der Praxis zu wenig ist, sollte man doch besser zu einem Filter mit einer Neutraldichte von 0,9 greifen, was dann drei Blendenstufen entspricht. Es lassen sich aber im Bedarfsfall auch mehrere Filter miteinander kombinieren.

Wasser transparent wirken lassen

Wer sich keinen Graufilter zulegen möchte, kann solche Aufnahmen auch bei bewölktem Himmel umsetzen. Je trüber der Tag, desto länger kann belichtet werden. Dadurch wird zudem das Risiko einer Überbelichtung reduziert. Auch einen Polfilter kann man zu Hilfe nehmen. Dieser besitzt ebenfalls die Eigenschaft, Licht zu schlucken und bietet den Nebeneffekt, Reflexionen zu unterdrücken. Das Wasser wird sozusagen durchsichtig und die Fische im Wasser oder das Bachbett werden plötzlich sichtbar.

Kristallklare Momente

Soll die Fließbewegung des Wassers nicht samtig weich erscheinen, sondern das Sprudeln gestochen scharf eingefangen werden, muss die Belichtungszeit so weit wie möglich verkürzt werden. Um einen noch besseren Effekt zu erziehlen, kann man auf den Blitz der Kamera zurückgreifen. Ob es sich dabei um den integrierten Blitz der Kamera oder um einen Aufsteckblitz handelt ist zunächst mal zweitrangig. Dabei gilt es lediglich, das Licht sozusagen in die richtigen Bahnen zu lenken damit es beim späteren Betrachten der Aufnahme nicht sofort ins Auge springt. Dazu muss das Licht umgelenkt werden. Dies lässt sich beim Aufsteckblitz mit einer Streuscheibe erziehlen – alternativ kann man auch mit transportablen Reflektorlösungen arbeiten.

Mut zu Hochformat

Gerade bei Bergbächen ist die natürliche Fließbewegung des Wassers vorzugsweise vertikal. Daher bietet es sich hier sehr gut an, derartige Fließgewässer oder auch Wasserfälle im Hochformat zu fotografieren. Die Aufnahmen wirken dann um einiges spannender. Mit etwas Glück und Geschick kann so der Eindruck entstehen, als würde das Wasser wirklich noch in Bewegung sein.

Noch ein kleines Schlusswort: Dies war nun schon der vorletzte Artikel dieser Serie. Aber das Highlight habe ich mir für kommenden Sonntag aufgehoben. In diesem Sinne wünsche ich Euch noch viele gelungene Fotos und spannende Motive.

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