Und wieder ist eine Woche Vorüber. Bitte entschuldigt den diesmal etwas späten Beitrag, aber das schöne Wetter musste ich einfach noch ausnutzen. In meinem letzten Artikel habe ich mich schwerpunktmäßig mit schlechtem Wetter beschäftigt und welches Potential es doch bieten kann – seien es Naturgewalten, aufziehender Nebel oder einfach die nasse Umgebung nach einem Regenschauer. Aber bevor ich nun abschweife, zurück zum Heutigen Thema.
Spannende Perspektiven
Sehr häufig wirkt ein Bild gerade erst dann spannend, wenn es eine nicht ganz alltägliche Betrachtungsweise wiederspiegelt. An sich sind Aufnahmen die aus einem Blickwinkel gemacht wurden, der dem unseres Auges entspricht ja ganz hübsch anzusehen. Nur vermitteln sie kaum Spannung. Ein Wow!-Effekt stellt sich meist erst dann ein, wenn das Auge des Betrachters auf etwas trifft, was es nicht jeden Tag zu sehen bekommt.
Spiel mit der Perspektive
Der Wald, in einer heutzutage eher monokulturellen Ausprägung wird vom Betrachter an sich lediglich als eine Anhäufung von sich gleichenden Bäumen wahrgenommen. Und oft tut man auch gut daran, den Waldboden aus dem Spiel zu lassen. Kommt es doch sehr häufig vor, dass nicht tiefgrün schimmerndes Moos das Motiv aufwertet, sondern ein Gewirr aus dürren toten Ästen, welches dann schlimmstenfalls auch noch von den Bäumen ablenkt. Besser ist es da, den Blick entlang der Baumstämme richtung Krone zu führen. Dies verleiht der Aufnahme eine ungewöhnliche Perspektive und vermittelt zusätzlich noch die entsprechende Größe der Bäume. Ich möchte jetzt aber nicht behaupten, dass es ein Fehler wäre, den Waldboden nicht mit ins Bild aufzunehmen. Nur sollte man dann darauf achten, dass er nicht allzu störend oder zu trist empfunden werden könnte.
Größendimension erschließen
Das menschliche Auge ist es gewöhnt, immer alles zu vergleichen. Eine Vorstellung von Größe oder Weite gewinnen wir dadurch, dass es in der Aufnahme einen entsprechenden Anhaltspunkt gibt. Wie groß ein Baum oder wie weitläufig ein Strandabschnitt ist, wird eigentlich erst dann offensichtlich, wenn sich ein Objekt im Bild befindet, dem wir eine bestimmte Größe zuschreiben und wir recht gut kennen. Ohne ein solches Vergleichsobjekt fehlt dem Bild der Referenzpunkt, und die Aufnahme transportiert das, was man ursprünglich gesehen hat nicht mehr. Menschen oder gegenstände wie beispielsweise Autos, denen wir eine ungefähre Größe zuordnen, sind gut dazu geeignet, um sie als Referenzpunkt in eine Aufnahme mit einzubauen. Dieser Effekt funktioniert übrigends auch mit sehr kleinen Objekten. Einfach mal dazu zum Beispiel einen Kieselstein auf die Handfläche legen – und schon wird das Größenverhältnis deutlich offensichtlicher.
Mit der Horizontlinie richtig umgehen
Den Horizont sollte man nicht immer mittig im Motiv plazieren. Besser ist es, sich vorher zu überlegen, welchen Teil der Umgebung man besonders hervorheben möchte. Soll der Himmel betont werden, empfehle ich, den Horizont eher im unteren Bilddrittel verlaufen zu lassen. Ist eher die Landschaftsformation das Highlight, kann der Horizont durchaus im oberen Drittel der Aufnahme platziert werden. Dabei wird bei beiden Varianten die Aufnahme nicht durch den Horizont geteilt. Das Motiv wirkt dadurch interessanter und dem Bild verleiht man so deutlich mehr Tiefe. Sehr wichtig dabei ist, darauf zu achten, dass dabei das Motiv nicht nach links oder rechts kippt. Achtet man auf einen geraden Verlauf des Horizonts, dann wirkt die Aufnahme entsprechend ausbalanciert.
Der Schärfebereich
Mal ganz davon abgesehen, dass eine offene Blende tabu sein sollte, stellt sich in Sachen Schärfe immer wieder die Frage, auf welchen Punkt denn eigentlich scharf gestellt werden soll. Zieht man jedoch dabei eine Regel zu Rate, welche besagt, dass vom Fokuspunkt aus betrachtet sich der Schärfentiefebereich im Verhältnis von 1/3 zu 2/3 nach vorne respektive nach hinten verläuft, sprich 1/3 vor dem Fokuspunkt liegt und 2/3 dahinter, dann ist die Lösung doch ziemlich einfach. Einfach nicht auf die Mitte des Fotos Fokussieren, sondern auf einen Punkt, der sich etwa auf dem ersten Drittel der Gesamtstrecke befindet.
Und hier noch einen kleinen Vorgeschmack auf den kommenden Artikel: Es geht um Wasser- und was sich damit so alles Anstellen lässt ![]()
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